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Aral Studie: Alternative Antriebe weniger gefragt, Elektroautos am wenigsten

Aral Studie: Alternative Antriebe weniger gefragt, Elektroautos am wenigsten
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Im Rahmen der großen Aral Studie „Trends beim Autokauf“ hat das Unternehmen des BP-Konzerns die wiedergekehrte, große Lust der Deutschen am Auto belegt: So planen mit 26 Prozent der Befragten mehr als ein Viertel den Kauf eines Neu-, Jahres- oder Gebrauchtwagens in den nächsten anderthalb Jahren. In der repräsentativen Erhebung ließ Aral zudem potenzielle Autokäufer nach ihren Präferenzen bei der Wahl des Fahrzeugs befragen und die Ergebnisse dürften vor allem all jenen Autoherstellern gefallen, die einen radikalen Wandel möglichst zu verhindern versuchen und stattdesssen weiter auf die bewährten Antriebstechnologien setzen. Ebenso Aral selbst, schließlich freut sich das Unternehmen über jeden verfahrenen und verkauften Liter Benzin oder Diesel.

Opel Ampera
Foto: Opel

Hype um alternative Antriebe hat deutlich abgeflaut: Benzin- und Dieselmotoren sind die großen Gewinner

Der deutsche Konsument gilt ohnehin nicht gerade als besonders risikofreudig und dazu geneigt als erster etwas Neues auszuprobieren, weshalb die Rückbesinnung auf den konventionellen Antrieb keine Überraschung sein sollte. Nachdem im Jahr 2009 nur noch 51 Prozent auf einen Benziner setzen wollten, steigerte sich der Anteil um 10 Prozentpunkte auf 61 Prozent. Leichte Zugewinne von 2 Prozentpunkten können auch Dieselmotoren mit einem Anteil von aktuell 28 Prozent verzeichnen. Der Anteil der potenziellen Autokäufer, die ein Modell mit alternativem Antrieb ins Auge fassen sank innerhalb der letzten zwei Jahre hingegen von 17 auf nur noch 11 Prozent der Befragten.

Den größten Rückgang erlebten laut der Studie Fahrzeuge mit Autogas, bei denen sich das Interesse von 10 auf nur noch fünf Prozent halbierte. Ebenfalls rückgängig ist das Interesse an Autos mit Hybridantrieb, das von 5 auf 4 Prozentpunkte fiel. Erdgasfahrzeuge stagnieren mit 2 Prozent auf niedrigem Niveau und das absolute Schlußlicht sind Elektroautos, denn erwägen gerade einmal 0,3 % überhaupt den Kauf.

Grafik: Antrieb des nächsten Autos
Grafik: Aral

Aral Studie bescheinigt beim Thema Auto ein schwindendes Interesse an Verbrauch und Umweltschutz

Glaubt man der Studie von Aral, dann verliert der CO2-Ausstoß als wichtiges Kriterium beim Autokauf deutlich an Bedeutung, wobei die Emissionen direkt vom Verbrauch eines Fahrzeugs abhängig sind. Somit müssten immer mehr potentielle Autokäufer auch Willens sein, trotz der hohen Spritpreise ein Auto mit höherem Verbrauch zu fahren. Waren die Emissionen vor zwei Jahren noch für 59 Prozent der potenziellen Käufer wichtig oder sehr wichtig, so beträgt dieser Anteil jetzt nur noch 47 Prozent. Der Anteil derer, die die CO2-Emissionen für völlig unwichtig halten, verdoppelte sich sogar von 3 auf 6 Prozent. Ebenfalls deutlich gesunken ist die Bereitschaft, für ein verbrauchsarmes Auto einen Aufpreis zu bezahlen: 45 Prozent der Befragten lehnen Mehrkosten heute ab, im Jahr 2009 waren es nur 28 Prozent.

Im Gegensatz zu den etablierten Autoherstellern, die nicht müde werden das Potential bei herkömmlichen Otto- und Dieselmotoren zu betonen, glauben die potentiellen Käufer eines solchen Autos nicht daran, dass die konventionellen Antriebe einen großen Beitrag zur Vermeidung von CO2-Emissionen leisten können. Mit 58 Prozent der Befragten erwartet mehr als die Hälfte der Befragten nur einen kleinen oder sogar sehr kleinen Beitrag des Ottomotors zum Umweltschutz. Auch die Skepsis, dass moderne Dieselmotoren umweltverträglicher seien wächst von 46 auf 56 Prozent.

Grafik: Akzeptanz von Elektroautos
Grafik: Aral

Elektroautos: Von Autoherstellern, Politik und Medien beworben, von den Autofahrern gemieden

Eine Million Elektrofahrzeuge sollen nach dem Willen der Bundesregierung bis 2020 auf deutschen Strassen unterwegs sein und auch viele der Stars auf den Automessen sind elektrisch unterwegs. Das das Interesse am Elektroauto deutlich abgenommen hat (36 auf 28 Prozent) könnte aber auch daran liegen, dass es eigentlich kaum bereits erhältliche und noch weniger bezahlbare Angebote gibt. Während Fahrzeuge wie der Audi R8 E-tron oder der Mercedes SLS AMG E-Cell zwar beeindruckende Autos sind, so bleiben sie dennoch nur Concept Cars und es fehlen praktische und attraktive Serienmodelle. Dabei wird dem Elektroauto auch von den Befragten das größte Einsparpotenzial bei den CO2-Emissionen in den nächsten zehn Jahren zugetraut.

Ebenfalls große Hindernisse für den Durchbruch des Elektroautos sind der hohe Preis und die vergleichsweise geringe Alltagstauglichkeit. Denn auch wenn Experten immer wieder erklären, dass der Großteil aller Fahrten nur im niedrigen zweistelligen Bereich stattfindet, müssen sich die Ansprüche der potentiellen Kunden damit noch lange nicht decken. Da die interessierten Autofahrer das Elektroauto nicht als zusätzliches Fahrzeug, sondern als Erstwagen sehen, erwarten 80 Prozent eine Mindestreichweite von 300 Kilometern. Im rechnerischen Durchschnitt werden sogar 409 Kilometer erwartet und auch beim durchschnittlich erwarteten Preis liegt man mit 22.309 Euro noch Welten von den tatsächlichen Kaufpreisen entfernt.

Fazit: Breite Käuferschicht werden sich erst dann wirklich für Elektroautos interessieren, wenn die Fahrzeuge auf fast allen Gebieten eine gleichwertige Alternative zu konventionell angetriebenen Automobilen darstellen. Bis die Batterietechnologie so weit ist, könnten Plug-In Hybridfahrzeuge oder E-Autos mit Range-Extender (z.B. Opel Ampera) aber eine Alternative darstellen.

2 Kommentare

  1. So wie die Angebote den Kunden präsentiert werden, ist es wirklich kein Wunder das diese von den Kunden abgelehnt werden. Elektrofahrzeuge werden in Kleinstserien gebaut und sind deswegen schon unbezahlbar.
    Das Herzstück eines EFs ist die Batterie. Bei konventioneller Fertigung des Fahrzeugs (überhöhtes Gewicht) und einer Batterieleistung zwischen 15 und 25 kWh können nur lachhafte Reichweiten erzielt werden.
    Ein Elektrofahrzeug mit probatem Gewicht und Leistung zu einem vertretbaren Preis (wie in einer Massenproduktion erzielbar) wäre sofort mein eigen; aber nicht diese Mißgeburten wie sie von den Herstellern angepriesen werden.

  2. Das Umfrageergebnis war bei einem Ölkonzern ja wohl zu erwarten!

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