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Museum AUTOVISION: Präsentation des ersten Elektroautos der Welt aus dem Jahre 1881

Museum AUTOVISION: Präsentation des ersten Elektroautos der Welt aus dem Jahre 1881
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In diesem Jahr wurde das 125-jährige Jubiläum des ersten Autos der Welt mit Verbrennungsmotor gefeiert. Die indivuelle Mobilität hat hat einen großen Beitrag zur Freiheit von Beruf, Wohnsitz und Reisen beigetragen und so war man im Erfinderland Baden-Württemberg völlig zu Recht von Stolz erfüllt. Die Schattenseite, von der man vor eineinviertel Jahrhunderten sicher noch nichts ahnte, hat sich aber spätestens mit der massenhaften Verbreitung von Pkw und Nutzfahrzeugen gezeigt. Denn das Verbrennen von gigantischen Mengen Benzin und Diesel sorgt nicht nur für ein rasch voranschreitendes zur Neige gehen des endlichen Rohstoffs Erdöl, sondern es trägt vor allem auch zu einer enormen Luftverschmutzung sowie zur globalen Erderwärmung bei. Vor diesem Hintergrund wird heute fieberhaft an neuen Antriebskonzepten wie etwa dem Elektroantrieb gearbeitet.

Rekonstruktion des ersten strassentauglichen Elektroautos der Welt
Fotos: Museum AUTOVISION

Schließlich braucht es keine Experten, um zu wissen, dass nicht erst das Ende des Erdöls das Ende des Autos wie wir es kennen bedeutet. Schließlich wird die weltweit steigende Nachfrage bei gleichzeitig sinkenden Reserven die Kosten für Erdöl in immer weitere Höhen treiben und irgendwann wird es dann einfach zu teuer für das Verbrennen im Motor sein. Dann wird das letzte Stündlein für diesen Antrieb geschlagen haben, weshalb mittlerweile alle größeren Automobilkonzerne, die am Ball bleiben möchten, Elektroautos entwickeln oder bereits die ersten Serienmodelle im Angebot haben. Dem Elektroauto steht also möglicherweise eine große Zukunft bevor. Doch was weiß man über dessen Vergangenheit?

Geschichte mit Spannung

Horst Schultz, Leiter und Gründer des Museum AUTOVISION hat sich diesem Thema schon vor 10 Jahren verschrieben, nicht zuletzt, da er damals mit dem Baubeginn des Museums gleichzeitig das Konzept einer Elektromobil-Ausstellung plante, welche bis heute fester Bestandteil der AUTOVISION ist. Bisher waren dort Elektrofahrzeuge ab dem Jahre 1899 zu sehen. Schon diese Jahreszahl sorgte bei den meisten Besuchern für großes Staunen. Doch dass die Elektromobilität noch viel älter ist, wird nun von der AUTOVISION mit einer spektakulären Weltpremiere präsentiert. Horst Schultz, von Haus aus Unternehmer und gelernter Elektroingenieur, machte sich mit seinem gut eingespielten Museums-Werkstatt-Team zur Aufgabe, das wirklich allererste straßentaugliche Elektroauto der Welt, von dem offensichtlich kein einziges mehr existierte, fahrbereit nachzubauen.

Bereits vor 130 Jahren, im Jahre 1881 und damit noch fünf Jahre vor der Erfindung des Verbrennungsmotors, stellten die beiden Wissenschaftler William Ayrton und John Perry in England einen Elektrowagen vor, der bis heute als erstes straßentaugliches Elektroauto der Welt in die Geschichte eingehen sollte. Genau dieses Fahrzeug wurde nun ins Visier des AUTOVISION -Teams genommen, um es schließlich fahrtauglich nachbauen zu können.

Vom Dreirad zum Auto

Ebenso wie der immerhin fünf Jahre jüngere Patent-Motorwagen von Carl Benz, hatte auch das Elektromobil von Ayrton & Perry drei Räder. Das liegt daran, dass sowohl Benz als auch die beiden Wissenschaftler damals bereits existierende dreirädrige Fahrräder, so genannte „Tricycles“ als Grundlage für ihr motorisiertes Vorhaben nahmen. Bei Ayrton & Perry war es ein seinerzeit neu auf den Markt gekommenes Starley Tricycle. Um das erste Elektroauto der Welt nachzubauen, musste man es in der AUTOVISION also zunächst den beiden Wissenschaftlern gleich tun. Die Suche nach einem 130 Jahre alten Tricycle war jedoch kein leichtes Unterfangen. Doch nach langer Suche fand man tatsächlich genau das richtige Fahrzeug und konnte es, einigen Verhandlungen vorausgehend, dem Vorbesitzer abkaufen. Um diesem seltenen historischen und damit sehr wertvollen Original die Motorisierung zum Elektromobil zu ersparen, hatte man schon bei der Planung des Projektes beschlossen, dieses erst einmal 1:1 nachzubauen. Auf dieser Basis konnte es dann auch schon an die „Elektrifizierung“ gehen. Doch welche elektrischen Instrumente gab es schon im Jahre 1881?

Marketing geht ein Licht auf

Ayrton & Perry präsentierten ihr Elektromobil damals wahrscheinlich weniger als erstes Elektroauto der Welt, obwohl es schon eine Reichweite von immerhin 40 Kilometern und eine Geschwindigkeit von bis zu 14 km/h erreichte. Vielmehr diente es als mobiler Werbeträger zur Vorstellung neuester Erfindungen aus der Elektrowelt auf den Elektrizitätsmessen der europäischen Metropolen. Gerade von den beiden Engländern neu konstruierte elektrische Messgeräte, ein Voltmeter und ein Ammeter (= Ampere-Meter) aber auch Edisons Glühlampen, die ein Jahr zuvor patentiert wurden und erst jetzt für eine Dauerbeleuchtung taugten, machten das Elektro-Tricycle somit zu einem echten „High Tech Mobil“. Der Elektromotor benötigte auch schon damals wenig Platz und hing unscheinbar auf der Unterseite einer Holzplatte, welche Unterlage eines bequemen Holzsessels mit Lederkissen sowie eines erstmals vorgestellten Zellenschalters zur Geschwindigkeitsregelung war. Auffälliger, und für das Werkstatt-Team der AUTOVISION weitaus schwieriger nachzubauen, war die große, festgelegte Rollenkette, welche die Kraft des Elektromotors auf die großen Vorderräder überträgt. Die Energielieferanten, in Serie angeordnete, wieder aufladbare Bleibatterien, sind auf einer zweiten Holzplatte „Parterre“ angebracht. Das ist auch schon alles! Mehr Technik brauchte man schon damals nicht, um „automobil“ zu werden.

Zeitmaschine AUTOVISION

Etwa ein Jahr recherchierte und konstruierte man unter der Leitung von Horst Schultz im Museum AUTOVISION, bis das erste Elektroauto der Welt neu zum Leben erweckt wurde. Ab sofort kann die ganze Welt wieder die Möglichkeiten der automobilen Fortbewegung vor 130 Jahren in Realität erleben – die es also schon fünf Jahre vor der eigentlichen Erfindung des Automobils von Carl Benz gab – und das sogar noch wesentlich komfortabler und fast geräuschlos.

Weitere Informationen finden Sie unter www.museum-autovision.de

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