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Modernste Getriebe steigern die Effizienz und sind bereit für die Elektrifizierung des Autos

Modernste Getriebe steigern die Effizienz und sind bereit für die Elektrifizierung des Autos
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Vom 29. November bis zum 2. Dezember 2010 fand das 9. Internationale CTI Symposium „Innovative Fahrzeug-Getriebe, Hybrid- und Elektroantriebe“ in Berlin statt, auf dem über den Stand der Technik und die Trends der Zukunft diskutiert wurde. Die Veranstaltung wurde von über 900 Teilnehmern besucht und die 90 Vorträge spiegelten die Vielfalt der Branche wieder. „Der Komplexitätsgrad in modernen Getrieben hat einen Stand erreicht, der noch vor wenigen Jahren unvorstellbar gewesen ist.“ stellte Prof. Dr.-Ing. Ferit Küçükay von der Technischen Universität Braunschweig fest und ergänzte: „„Die weitere automobile Zukunft wird in absehbarer Zeit von unterschiedlichen Fahrzeugen und vielfältigen Antriebstechnologien geprägt sein.“

BMW sieht in naher Zukunft verschiedene Antriebsarten und langfristig die Elektromobilität kommen

„Der Umgang mit Energie ist der Megatrend für die Entwicklung künftiger Antriebs- und Fahrzeugkonzepte“, stellte Dr. Manfred Klüting (BMW AG) fest. Die weltweit stetig steigende Personenkilometerleistung zöge nachhaltige, ökologisch und sozial verträgliche Konzepte nach sich, die sich auch wirtschaftlich rechneten. Die zunehmende Urbanisierung sowie die Entwicklung in den BRIC-Staaten verändere und differenziere die Kundenanforderungen und Technologien noch weiter. „„Einen Königsweg wird es nicht geben“, sagte Klüting. Dafür seien die globalen Anforderungen und unterschiedlichen nationalen Rahmenbedingungen zu verschieden. Während die klassischen Statussymbole „Zylinder“ und „PS“ immer mehr an Bedeutung verlören, würden Faktoren wie „Effizienz“ und „Umwelt“ immer wichtiger. Mit dem Maßnahmenpaket „BMW Efficient Dynamics“ habe BMW bereits vor Jahren auf diesen neuen Trend reagiert und von 1995 bis 2008 CO2-Einsparungen von 25 Prozent realisieren können. Rund zwei Drittel dieses Erfolges seien durch Innovationen im Antrieb erreicht worden, so Klüting.

Ein stabiler Trend in der sich wandelnden Autoindustrie sei neben dem Downsizing und der Motoraufladung die Weiterentwicklung der Getriebe. BMW habe beispielsweise durch das 8-Gang-Getriebe Effizienzsteigerungen von acht Prozent erreicht, so der BMW-Entwickler. Die Potenziale manueller Getriebe seien nicht so groß, aber auch noch nicht ausgeschöpft. Für alle Getriebearten gelte, dass ihr Gewicht möglichst niedrig sein müsse. „Auch wenn die konventionelle Antriebe noch lange eine Rolle spielen werden, wird die Elektromobilität kommen“, so Klüting weiter. Der Erfolg von Elektrifizierungskonzepten hänge aber mehr vom Energiespeicher als vom Energiewandler ab. „Bei der Elektrifizierung des Antriebsstrangs werden konventionelle Getriebe zunächst noch weiter eine wesentliche Rolle spielen“, führte Klüting aus. Auch dürften die Kosten der Hybridisierung nicht vergessen werden. Es stelle sich nicht nur die Frage, wie modular die Elektrifizierung gestaltet werden könne, sondern auch welche und wie viele Getriebe für die unterschiedlichen Konzepte wie Range-Extender oder Hybride nötig seien. Das Ziel der Kostenreduktion dürfe angesichts der großen Kosten für die Elektrifizierung nicht vergessen werden, schloss Klüting.

Japaner sehen weiteres Potential zur CO2-Reduktion durch stufenlose Getriebe (CVT)

Auf die Besonderheiten des Marktes für CVT-Entwicklungen ging Kazutoshi Noma (Jatco Ltd.) ein. Traditionell sei der Anteil an CVTs in Japan am höchsten. Dennoch habe Jatco in den letzten Jahren auch in den Schwellenländern expandiert. Besonders die Verkehrsbedingungen in den asiatischen Großstädten zeigten deutlich die Vorteile von CVTs und versprächen ein verstärktes Marktinteresse. Jatco arbeite weiter an der Optimierung dieser Technik und werde in den nächsten Jahren Stückzahlen von fünf Millionen erreichen. Im Moment produziere Jatco noch 2,8 Millionen CVT. Bei einer Steigerung der Produktion erwarte das Unternehmen auch weitere Kosteneffizienzen. Noma betonte weiter die noch bestehenden Potenziale dieser Technik zur weiteren CO2-Reduktion. Durch die Optimierung im neuen CVT von Jatco werde die Verbrauchsbilanz und das Fahrverhalten noch weiter verbessert, so Noma. Die neuen CVTs seien um zehn Prozent kleiner, 13 Prozent leichter und hätten 30 Prozent weniger Reibungsverluste.

Elektroautos werden Autos mit Verbrennungsmotor erst ablösen wenn sich die Kosten annähern

Ein Ergebnis der Podiumsdiskussion des 9. CTI Symposiums „“nnovative Fahrzeug-Getriebe, Hybrid- und Elektroantriebe“ war, dass konventionelle Antriebe noch lange nicht von Elektromotoren abgelöst würden. Allerdings differenziere sich die Getriebe- und Antriebstechnik angesichts der Elektrifizierung des Antriebsstrangs und der unterschiedlichen globalen Mobilitäts- und Fahrkomfortbedürfnisse noch weiter. Einig waren sich die fünf Diskussionsteilnehmer Sebastian Feldmann (PRTM Management Consultants), Dr. Manfred Klüting (BMW AG), Dr. Tim Leverton (Tata Motors Ltd.) sowie Kazutoshi Noma (Jatco Ltd.) und Ulrich Plewnia (GiF Research Center China Co. Ltd.), dass sich der Elektromotor erst dann durchsetzten könne, wenn die Kostendifferenz zu einem konventionellen Antrieb kleiner werde. Leverton und Plewnia schätzen auch die Einführung von Elektroautos auf dem chinesischen und indischen nicht so positiv ein, wie das über TED befragte Plenum. In den Megacities könnte die Elektromobilität zwar schneller Fuß fassen, insgesamt herrschten in China und Indien aber noch massive Stromversorgungsprobleme, so dass der zusätzliche Verbrauch der Elektroautos die Lage noch mehr verschärfen würde.

Während in Europa und Nordamerika die Hybridisierung und Automatisierung immer weiter voranschreite, würden in den Schwellenländern wegen der Kostenvorteile weiterhin manuelle Getriebe nachgefragt, stellten die Diskutanten weiter fest. „Man muss zwischen den alten und den neuen Märkten differenzieren“, betonte Klüting. „In Europa und USA gewinnt die Verbrauchsreduktion immer mehr an Bedeutung und darum werden mehrgängige Automatik-Getriebe nachgefragt“.

Energieversorger arbeiten selbstverständlich am Durchbruch der Elektromobilität

Aus der Perspektive des Energieversorgers RWE beleuchtete Dr. Norbert Verweyen (RWE Effizienz GmbH) die Elektromobilität. Der Aufbau eines deutschlandweiten Infrastrukturnetzes für die Elektromobilität sowie die Vermarktung von Mobilitätsprodukten sei ein wichtiger Baustein für mehr Energieeffizienz. Er erinnerte daran, dass bis 2015 in den EU-Metropolen mit bis zu 300.000 Elektrofahrzeugen gerechnet werde. Damit der Elektromobilität der Marktdurchbruch gelingen könne, bedürfe es einer übergreifenden Zusammenarbeit zwischen Energieversorgern und Automobilherstellern, um das Gesamtsystem von E-Auto und intelligenten Ladeinfrastrukturen austesten zu können. Um auch europaweit E-Autos anbieten zu können, sein Standards der Steckverbindungen zwischen Fahrzeug und Ladesäule unverzichtbar. Hier würden Energieversorger auch bereits an Roaming-Angeboten und an der Sicherstellung grenzübergreifender einheitlicher Bezahlsysteme arbeiten. Die Autohersteller müssten sich der Herausforderungen stellen, dass die Kunden nur Elektro-Autos akzeptieren werden, die vergleichbar mit dem Komfort von Verbrennungsmotoren seien und ein schnelles Laden ermöglichten. RWE habe bereits wichtige Infrastrukturpartner wie APCOA, den ADAC oder Tankstellenbetreiber und Autovermieter gewonnen, um mit dem Roll-out der Ladeinfrastruktur in Europa zu beginnen.

Batterien für Elektroautos immer leistungsfähiger – Kosten müssen aber noch sinken

Elektro- und Hybrid-Antriebe sowie die Herausforderungen der Elektromobilität waren in diesem Jahr auch Thema in vier der zehn Fachforen und bestimmten die Plenarveranstaltung am zweiten Tag. Auch wenn bis 2025 der Markt für Elektroautos noch klein sei, müsse die Zulieferindustrie auf den Trend zur Elektrifizierung reagieren, betonte Dr. Wolf-Ekkehard Krieg (ZF Sachs AG). Die Elektrifizierung mache andere Geschäftsmodelle nötig. ZF Sachse reagiere darauf bereits mit der Produktion von Hybrid- und Elektroantrieben. „In den nächsten 40 Jahren müssen 90 Prozent CO2-Reduktion erreicht werden“, stellte Masanori Ueda (Nissan Motor Co. Ltd.) fest. Dies könne nur mit Elektro- und Brennstoffzellen-Fahrzeuge erreicht werden. Die Batterie sei für den Erfolg der Elektroautos der Schlüssel. Die Energiebereitstellung, die Energiespeicherung und die Optimierung der Mobilität durch intelligente Verkehrsprojekte seien für die Elektromobilität entscheidend. Mit den neuen Konzepten der Li-Ionen Batterien könne bereits doppelt so viel Kraft und Energie gespeichert werden als mit konventionellen Li-Ionen-Batterien. Dazu seien die beschichteten LI-Ionen Batterien auch nur halb so groß, sagte Ueda. Der Batterieindustrie müsse es gelingen in allen Bereichen Kosten zu reduzieren.

Bei den Texten handelt es sich um Auszüge aus der vollständigen Zusammenfassung zum 9. Internationalen CTI Symposiums „Innovative Fahrzeug-Getriebe, Hybrid- und Elektroantriebe“. Der komplette Bericht ist unter www.getriebe-symposium.de/pressebericht nachzulesen.

Ein Kommentar

  1. Elektroautos vor!!!

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