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Schluckspecht E: Elektroauto fährt Rekord von 1631,5 km mit einer Batterieladung

Schluckspecht E: Elektroauto fährt Rekord von 1631,5 km mit einer Batterieladung
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Wenn es um reine Elektroautos ohne Range-Extender geht, dann sind für die wenigen Serienfahrzeuge und unzähligen Prototypen der Autohersteller selbst 200 oder 300 Kilometer meist eine unerreichbare Reichweite. Vielleicht liegt es dabei nicht nur am Stand der Batterietechnik, sondern auch an zu festgefahrenem Denken. Der Schluckspecht E – ein von der Hochschule Offenburg entwickeltes Elektroauto – fuhr schließlich am ersten Wochenende im August die Rekordstrecke von 1631,5 Kilometern mit einer Batterieladung. Der bisherige Weltrekord, den das Team des Japan Electric Vehicle Clubs mit dem Elektroauto Mira EV aufgestellt hatte, betrug 1.003 km und wurde mit mehr als 600 zusätzlichen Kilometern deutlich übertroffen.

Schluckspecht E
Foto: Team Schluckspecht | Hochschule Offenburg

Schluckspecht E mit 320 kg ein Leichtgewicht mit einer Batteriekapazität von nur 23 kWh

Das Rekordfahrzeug, der Schluckspecht E, wirkt bereits auf den ersten Blick wie die Verkörperung der Aerodynamik und erinnert von der Form her an so besonders sparsame Studien wie den VW L1 oder den VW XL1, für die er gut und gerne als Vorbild ggedient haben könnte. Auch beim Gewicht setzt das Experimentalfahrzeug Maßstäbe, denn mit nur ca. 320 kg wurde wohl auf jedes überflüssige Gramm verzichtet. Angetrieben wird es von zwei selbstentwickelten Radnabenmotoren, die ihren benötigten Strom aus 14 Lithium-Cobalt-Batterieblöcken mit einer Kapazität von nur 23 kWh beziehen.

Radnabenmotoren ermöglichen beim Schluckspecht E eine besonders aerodynamische Form

Natürlich lässt sich die Leistung des Schluckspecht E nicht wirklich mit dem eines vermarktbaren Elektroautos vergleichen, denn bei ihm handelt es sich um ein einsitziges Experimentalfahrzeug ohne viel Komfort und die Durchschnittsgeschwindigkeit der Rekordfahrt lag bei 45 km/h. Trotzdem dürften die Autohersteller Einiges von ihm lernen können, denn der Rekord ist nicht nur auf Verzicht zurückzuführen, sondern auch darauf, dass dieses Fahrzeug von Anfang an als Batteriefahrzeug konzipiert worden ist. Aufbauend auf einer Designstudie von Frau Sunmin Lee (HS Pforzheim) wurde der Schluckspecht E entwickelt. Da aufgrund der Verwendung der beiden Radnabenmotoren weder ein zentraler Motor noch Getriebe benötigt werden, ist die Form der Karosserie besonders windschlüpfrig. Das Chassis wurde in Zusammenarbeit mit dem Fraunhoferinstitut EMI speziell für Batteriefahrzeuge konzipiert – eine im Fahrzeugbereich neuartige Tragstruktur ermöglicht eine deutliche Gewichtsreduktion.

Schluckspecht E - Siegerfoto
Foto: Team Schluckspecht | Hochschule Offenburg

Schluckspechte dienen der Erforschung innovativer und besonders effizienter Fahrzeugkonzepte

Die Schluckspecht Modelle werden von der Hochschule Offenburg bereits seit 14 Jahren entwickelt und viele Techniken sind ihrer Zeit dabei erst einmal voraus (wie etwa der bereits vor 5 Jahren entwickelte Radnabenmotor mit integrierter Leistungselektronik). Ohne unter dem Druck zu stehen, mit ihren Entwicklungen kurzfristig wirtschaftlichen Erfolg zu haben, können die Wissenschaftler der Hochschule Offenburg neue Konzepte für sparsamere Autos konsequent durchdenken und Zukunftsmodelle für Niedrigenergiefahrzeuge erproben. Auf die Rekordfahrt des Schluckspecht E ist Team-Betreuer Professor Dr. Ulrich Hochberg deshalb auch besonders stolz: „Dieser Erfolg ist ein Zeichen des hohen Niveaus, auf dem sich die Lehre und die Forschung und Entwicklung an der Hochschule Offenburg befindet.“

Eine Fahrerin und drei Fahrer waren für den Rekord anderthalb Tage auf der Teststrecke unterwegs

Da die Rekordfahrt auf der Teststrecke der Firma Bosch in Boxberg mit durchschnittlich 45 km/h nicht von einem Fahrer durchgeführt werden konnte, wechselten sich vier Personen ab. Begleitet wurden die unzähligen Runden auf der etwas über 2,94 Kilometer langen Strecke von einem Verfolgerfahrzeug, auf dem eine Kamera montiert war. So konnte die Rekordfahrt des Elektroautos lückenlos dokumentiert werden, wobei der Versuch auch vom TÜV Süd überwacht wurde. Die Fahrzeit betrug bei wechselhaft/regnerischem Wetter 36 Stunden und 12 Minuten. Die Fahrbahn der Teststrecke war in hervorragendem Zustand.

Quelle Fotos und weitere Informationen: www.schluckspecht.net

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