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Interview mit Automobilexperte Franz Rother zur Zukunft der nachhaltigen Mobilität

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Wenn sich am 18. und 19. Oktober auf der econfleet in Münster, Messe und Congress Centrum Halle Münsterland, Entscheider und Experten über die Zukunft der Mobilität austauschen werden, dann wird neben der Wirtschaftlichkeit auch Nachhaltigkeit eine große Rolle spielen. Wie die nachhaltige Fahrzeugflotte der Zukunft aussieht, darauf wird u.a. Franz Rother, Automobilexperte und stellvertretender Chefredakteur der WirtschaftsWoche, Antworten geben. Denn er moderiert die Podiumsdiskussion zur Eröffnung der Messe und befasst sich in einem Vortrag mit der Imagepflege durch grüne Flotten. Im Interview erklärt er, warum Autogas und Erdgas eine immer größere Rolle spielen und für wen sich Elektroautos lohnen.

Franz Rother
Foto: Franz Rother / econfleet

Frage: „Nachhaltige Mobilität (in) der Zukunft“ lautet der Titel der Podiumsdiskussion zum Auftakt der econfleet. Gehört der auch von der Bundesregierung geförderten Elektromobilität die Zukunft?

Rother: Der Straßenverkehr wird noch wenigstens zehn bis 15 Jahre durch Benzin- und Dieselfahrzeuge geprägt sein, Elektroautos werden wohl noch lange eine Nischenanwendung bleiben. Die Euphorie über diese Antriebsform hat sich in jüngster Zeit spürbar gelegt: Die hohen Kosten und die begrenzte Speicherfähigkeit der Batterien schrecken viele Interessenten ab und haben auch in der Industrie für eine gewisse Ernüchterung gesorgt. Nach aktuellen Umfragen bleiben auch viele Flottenbetreiber noch auf Distanz zu Elektroautos – ein Außendienstler möchte nicht mit einem Auto unterwegs sein, das nach 100 Kilometer schon wieder an die Steckdose muss.

Frage: Etwa 450.000 Fahrzeuge sind schon mit Autogas unterwegs, weitere 90.000 mit Erdgas. In der öffentlichen Diskussion spielen diese Antriebsarten eine eher untergeordnete Rolle. Zu Unrecht?

Rother: Ja, denn der Anteil von Autogas und Erdgas wird nach meiner Überzeugung wachsen, wenn die Preise für Benzin und Diesel wieder anziehen. Zudem wächst das Angebot an Autos, die Erdgas und Autogas vertragen, so dass Kunden nicht auf Nachrüstlösungen angewiesen sind. Für Unternehmen sind diese absolut alltagstauglichen Fahrzeuge durchaus empfehlenswert, vorausgesetzt, das Tankstellennetz im Einsatzgebiet ist ausreichend dicht.

Frage: Rechnet sich das auch wirtschaftlich?

Rother: Durchaus. Die Betriebskosten liegen schon heute deutlich unterhalb derjenigen konventioneller Fahrzeuge. Die Mehrkosten bei der Anschaffung von 2.000 bis 3.000 Euro haben sich bei Vielfahrern in kürzester Zeit amortisiert. Das ist natürlich abhängig von den Kraftstoffpreisen.

Frage: Manche Unternehmer wollen mit ihrer Fahrzeugflotte ökologisches Profil zeigen. Wie tragen alternative Antriebe zur Imagepflege bei?

Rother: Mit einem Elektromobil signalisiert ein Unternehmer: Ich bin neuen Technologien aufgeschlossen und zeige Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt. Für einen Stromanbieter ist es sicherlich sinnvoll, Elektrofahrzeuge einzusetzen. Doch auch Handwerksbetriebe wie Installateure, Monteure oder Dachdecker erzielen einen Imagegewinn, wenn ihre Arbeit einen Bezug zur Elektromobilität hat. Wenn ich zum Beispiel Photovoltaikanlagen anbiete, würde ich mit einem Elektroauto zum Kunden fahren. Die Botschaft lautet: Ich setze Dir eine Photovoltaik-Anlage aufs Garagendach – und zeige Dir, was Du mit dem durch Sonnenkraft CO2-neutral gewonnenen Strom anfangen kannst.

Quelle: Das Interview zur econfleet stammt vom Messe und Congress Centrum Halle Münsterland

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