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Elektromobilität auf dem Prüfstand: Fachlicher Austausch als Erfolgsgrundlage

Elektromobilität auf dem Prüfstand: Fachlicher Austausch als Erfolgsgrundlage
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Die erfolgreiche Einführung der Elektromobilität ist auf einem guten Weg – stellt die Industrie aber noch vor einige Herausforderungen. Darüber waren sich die Experten einig, die sich heute bei einem Pressegespräch im Rahmen des VDI-Kongresses „Elektronik im Kraftfahrzeug“ austauschten.

„Der Weg zur E-Mobilität ist noch immer lang – aber die beiden wichtigsten Stellschrauben stehen bereits fest“, sagte der VDI-Kongressleiter Dr. Wolfgang Runge. „Sie lauten: interdisziplinäre Zusammenarbeit und gezielte Aus- und Weiterbildung.“ Für die erfolgreiche und praxistaugliche Umsetzung bedürfe es zwingend des Teamworks und der Zusammenarbeit – sowohl national als auch international. Dazu zähle der Austausch mit China ebenso wie die fachliche Zusammenarbeit zwischen den relevanten Bereichen: dem Maschinen- und Anlagenbau, der Elektrotechnik, der Batterietechnik und der Chemie. Das müsse bereits im Studium beginnen und sich während des Berufslebens fortsetzen.

Ralf Milke, Hauptabteilungsleiter Elektronikentwicklung, Karosserieelektronik und Bordnetz bei Volkswagen, betonte die großen Herausforderungen bei der Entwicklung von Elektrofahrzeugen: „Die Entwicklungszeiten sind kurz, der Innovationsgrad ist hoch – und gleichzeitig steigt die Zahl an Fahrzeugprojekten.“ Um diesen Herausforderungen zu begegnen, böten modularisierte Konzepte bedeutende Vorteile im Hinblick auf Entwicklungszeiten und Kosten. Konkret nannte Milke die Modularisierung von HV-Batterien, die Standards für die Ladeschnittstelle von Elektroautos sowie die einheitliche Ladekommunikation. In Bezug auf die Ladeschnittstelle sei insbesondere dem chinesischen Markt eine wichtige Rolle beizumessen. Die Zusammenarbeit sei hier bereits gut. Allerdings müssten hier vor allem die hohen Sicherheitsansprüche noch in die chinesischen Normen eingebunden werden.

Dass Elektromobilität nicht nur bedeutet, den Antrieb zu verändern, betonte auch Helmut Matschi, Mitglied des Vorstands der Continental AG und Leiter der Division Interior. „Unser mittel- und langfristiges Ziel ist, dass Elektrofahrzeuge genauso spontan, autark, flexibel und genussvoll genutzt werden können wie heutige Fahrzeuge mit konventionellen Antrieben. Eine der besonderen Voraussetzungen hierfür ist das Informations-Management und damit verbunden die Leichtigkeit der Bedienung.“ Als ein Beispiel nannte er die Telematik-Lösungen von Continental, mit denen das intelligente, gesteuerte Laden von Elektrofahrzeugen auch an einfachen Steckdosen möglich sei. Der Fahrer erhalte zudem auch außerhalb seines Elektrofahrzeugs jederzeit Zugriff auf die für ihn relevante Information, welchen Ladezustand sein Wagen erreicht habe.

Dr. Burkhard Milke, Director GME Electrical Systems, Hybrids & Electrical Vehicle bei Opel, unterstrich: „Es ist entscheidend, dass man die Bedürfnisse der Kunden in Markterprobungen erfasst und analysiert und daraus entsprechende Schlussfolgerungen für die Entwicklung zukünftiger Fahrzeuge zieht.“ Als wichtiges Beispiel nannte er den Opel Ampera, der seit Sommer dieses Jahres bestellbar sei und ab November ausgeliefert werde. Er fahre 40 bis 80 Kilometer mit einer Ladung rein elektrisch. „Wird am Ende der Batteriereichweite das untere Ladeniveau der Batterie erreicht, springt automatisch ein hocheffizientes Hilfsaggregat in Form eines kleinen Benzinmotors mit Generator an und stellt zusätzliche 500 Kilometer Reichweite zur Verfügung. Dieses Aggregat hält die Batterie dank eines mit dem Ampera erstmals eingeführten innovativen Systemmanagements der Antriebseinheit auf dem erreichten Ladezustand, bis wieder eine Aufladung an einer Steckdose erfolgt.“

Kongressleiter Runge verdeutlichte, dass auch Strukturen und Prozesse für zuverlässige sicherheitsrelevante Systeme in Zukunft eine bedeutende Rolle spielen würden. „Eine stark vereinfachte Skizzierung z.B. des höchsten Sicherheitslevels ASIL D bedeutet, dass sicherheitsrelevante Komponenten und der dazugehörige Prozess so ausgelegt sein müssen, dass in ‚10 hoch 9 Stunden nur 1 Fehler‘ auftreten darf. 10 hoch 9 Stunden sind ca. 100.000 Jahre.“ Dass dies über Freigabeprüfungen und Tests nicht darstellbar sei, dürfte schnell klar werden. Dies werde erhebliche Aufwendungen und Änderungen bei allen Beteiligten erfordern. „Weil vielen Beteiligten die notwendigen Konsequenzen noch nicht klar sind, ist dies ein Schwerpunkt dieser Tagung. Der fachliche Austausch wird auch zukünftig eine der wichtigsten Grundlagen für erfolgreiche Innovationen bleiben“, so Runge.

Zum diesjährigen Kongress des VDI Wissensforums sind 1.350 Teilnehmer nach Baden-Baden gereist. Mehr als 100 Aussteller zeigen neue Trends und Entwicklungen. Im kommenden Jahr findet wieder die Tagung „Baden-Baden Spezial“ statt – am 10. und 11. Oktober 2012. Informationen gibt es unter www.elektronik-auto.de.

Pressemitteilung des VDI Verein Deutscher Ingenieure e. V. vom 12. Oktober 2011

VDI Verein Deutscher Ingenieure e. V.
VDI-Platz 1
40468 Düsseldorf

Stephan Berends
Strategie & Kommunikation / Presse

Tel: +49 211 6214-276
Fax: +49 211 6214-156

berends(at)vdi.de
www.vdi.de

Quelle Text: VDI Verein Deutscher Ingenieure e. V.

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