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Wasserstoff & Brennstoffzellen – Energieversorger der Zukunft: WHEC-Organisator und f-cell-Veranstalter Peter Sauber im Interview

Wasserstoff & Brennstoffzellen – Energieversorger der Zukunft: WHEC-Organisator und f-cell-Veranstalter Peter Sauber im Interview
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Gerade ging die Weltwasserstoffkonferenz (WHEC) in Essen zu Ende, im September startet wieder das Brennstoffzellen-Fachforum f-cell (www.f-cell.de) in Stuttgart. Peter Sauber, Geschäftsführer der Peter Sauber Agentur Messen und Kongresse GmbH, der die WHEC mit organisierte und die f-cell gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) veranstaltet, sagt im Interview: „Es besteht weltweit Einigkeit darüber, künftig verstärkt Wasserstoff als Energieträger zu nutzen.“ Schon Mitte des Jahrzehnts sollen erste wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen-Fahrzeuge und -Heizgeräte erhältlich sein. Jetzt sei die Information der Verbraucher eine wichtige Aufgabe.

Peter SauberHerr Sauber, Sie kommen gerade von der Weltwasserstoffkonferenz, WHEC, in Essen, die Sie im Auftrag der EnergieAgentur.NRW organisierten. Was nehmen Sie von der WHEC mit?

Peter Sauber: Besonders wichtig fand ich die starke Präsenz hochrangiger Politiker und Wirtschaftsvertreter. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers machten sich ebenso für eine künftige Wasserstoffwirtschaft stark wie der Daimler-Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche und Wolfgang Reitzle, Vorstandsvorsitzender der Linde AG. Das setzt klare Signale, die auch in der Öffentlichkeit ankommen. Interessant war auch zu sehen, wie sehr sich das Land Nordrhein-Westfalen für Wasserstoff und Brennstoffzellen engagiert. Die Voraussetzungen dort sind auch besonders gut: Jürgen Rüttgers betonte in seiner Rede, dass allein mit dem Wasserstoff, der in den Industrieunternehmen des Landes entsteht, rund 260.000 Autos betrieben werden könnten. Was außerdem kaum einer weiß: In NRW besteht bereits eine 240 Kilometer lange Wasserstoffpipeline, die von Leverkusen bis ins östliche Ruhrgebiet führt. Im Rahmen des Projekts NRW Hydrogen HyWay, für das Land, Bund und EU zusammen 200 Millionen Euro bereitstellen, sollen Infrastruktur, Fahrzeugflotte und stationäre Anlagen jetzt gezielt weiter ausgebaut werden.

Ist denn die Versorgung mit dem Energieträger Wasserstoff nicht hauptsächlich ein Projekt, das von einigen großen Unternehmen und Ländern vorangetrieben wird?

Peter Sauber: Nein, überhaupt nicht. Die WHEC in Essen hat einmal mehr deutlich gemacht, dass weltweit Einigkeit darüber besteht, dass Wasserstoff als Energiespeicher ein enormes Potenzial hat, das wir heben müssen. So berichtete beispielsweise der chinesische Wissenschaftsminister Gang Wan über dortige Aktivitäten. Aber die WHEC zeigte ebenfalls eindrücklich, dass unglaublich viele kleinere Länder und Unternehmen aktiv sind, um ihre Chancen in diesem Markt zu nutzen. Überall dort, wo Energie aus Windkraft, Sonnenstrahlung oder anderen regenerativen Quellen gewonnen wird, die einen ungleichmäßigen Ertrag liefern, bietet sich Wasserstoff an, um Energie zwischenzuspeichern und zu transportieren. Brennstoffzellen verwandeln anschließend die im Wasserstoff vorliegende chemische Energie zurück in Strom bzw. Wärme. Im Fokus stehen Brennstoffzellen übrigens im September auf dem jährlichen, internationalen Brennstoffzellen-Fachforum f-cell in Stuttgart, für das wir auf der WHEC werben und Kontakte knüpfen konnten. Das hilft uns, das internationale Profil der f-cell weiter zu schärfen.

Auf welche Vortragshighlights können sich f-cell-Besucherinnen und -Besucher denn 2010 freuen?

Peter Sauber: Es wird in insgesamt über 70 Vorträgen hervorragende Einblicke in die Brennstoffzellen-Aktivitäten weltweit geben. Es geht um Projekte aus europäischen Nachbarländern, wie Dänemark und Italien, um asiatische Aktivitäten in China, Japan und Korea und um Beispiele aus den USA und Kanada. Er referieren Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, die schon Produkte am Markt haben oder die Praxistests durchführen und kurz vor dem Markteintritt stehen, aber auch solche die hauptsächlich mit der Weiterentwicklung der Technik beschäftigt sind. Besonders interessant versprechen die Vorträge unserer japanischen Redner von Toshiba und Panasonic für die stationären Brennstoffzellen in der Hausenergiev¬ersorgung zu werden. Auch für die mobilen Anwendungen in Fahrzeugen haben wir bereits prominente Vortragende von Daimler, Toyota, Renault/Nissan und Mitsubishi gewinnen können. Es wird uns hierbei dieses Jahr übrigens um Elektromobilität allgemein und nicht allein um Fahrzeuge mit Brennstoffzellen gehen. Auch technisch gibt es weitere Fortschritte: Auf der f-cell berichtet zum Beispiel Ziv Gottesfeld vom israelischen Unternehmen CellEra über die Entwicklung einer platinfreien Brennstoffzelle. Das ist natürlich eine gute Neuigkeit, sorgt doch unter anderem die Verwendung von Platin in Brennstoffzellen für die – noch – hohen Kosten der Anlagen.

Herr Sauber, sie begleiten mit der f-cell die Branche seit nunmehr zehn Jahren. Was hat sich in dieser Zeit getan und wie wird es Ihrer Einschätzung nach weitergehen?

Peter Sauber: In dieser Zeit hat sich unglaublich viel getan. Es gab viele spannende Fortschritte in der Technologie, die aber an der Öffentlichkeit großteils vorbei gingen, so dass dort oft der Eindruck entstand, Brennstoffzellen seinen „vom Tisch“. Das hat sich 2008 mit der Einführung des nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) und der zu dessen Umsetzung gegründeten Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) schlagartig geändert. Einen weiteren Schub erhielt das Thema letztes Jahr als sich unter der Federführung von Daimler große Fahrzeughersteller darauf verständigten, bis 2015 einige 100.000 Brennstoffzellen-Fahrzeuge auf den Straßen zu haben. Das bot die Grundlage für die Initiative H2 Mobility, die bis dahin an dem Aufbau einer entsprechenden Wasserstofftankstellen-Infrastruktur arbeitet. Jetzt ist es gemeinsame Aufgabe der Branche, Wasserstoff und Brennstoffzellen in der öffentlichen Diskussion zu halten und darüber aufzuklären. Wenn Kunden ab Mitte des Jahrzehnts erste Brennstoffzellenfahrzeuge und -heizgeräte kaufen sollen, müssen sie etwas über die Technik wissen, um ihr vertrauen zu können. Als Kongress-Veranstalter können wir dazu beitragen.

Weitere Informationen im Internet:
f-cell, 27.-28.09.2010 in Stuttgart: www.f-cell.de
WHEC, 16.-21.05.2010 in Essen: www.whec2010.com

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