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TÜV Rheinland veröffentlicht globale Studie zur Elektromobilität

TÜV Rheinland veröffentlicht globale Studie zur Elektromobilität
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Auf der 64. Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA 2011) ist die Elektrifizierung des Autos sicher einer der großen Trends, dem sich mittlerweile nur noch wenige Autohersteller entziehen. Passend dazu hat der TÜV Rheinland dort die wohl derzeit umfassendste und repräsentativste Studie zur Elektromobilität vorgelegt, in deren Rahmen die Stimmungslage von Verbrauchern in den zwölf bedeutenden Automobilmärkten China, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Indien, Israel, Italien, Japan, Portugal, Spanien, Großbritannien und USA untersucht wurde. Die Hauptaspekte, die im Rahmen der Studie untersucht wurden waren Markenbewusstsein, mögliche Kaufmotive, Informationsstand und Sicherheitsbedenken bei Elektroautos. Befragt wurden Autofahrer (über 18 Jahre), die einen eigenen Pkw besitzen oder Zugang zu einem Auto für private Fahrten haben. Die repräsentative Erhebung förderte dabei über Länder- und Kontinentgrenzen hinweg sowohl interessante Unterschiede wie auch Gemeinsamkeiten und konkrete Einsichten zutage.

TÜV Studie - Potential von Elektroautos

Chinesen, Inder, Briten und Deutsche fahren sehr unterschiedlich auf Elektroautos ab

Gerade in den am schnellsten wachsenden Märkten China und Indien sind besonders viele Menschen offen für Neues: So wären laut der Studie vom TÜV Rheinland ganze 92 Prozent der Inder und 88 Prozent der Chinesen dazu bereit, sich beim Kauf eines Neuwagens in den nächsten fünf Jahren für ein Elektroauto zu entscheiden. Mit 85 Prozent könnte sich auch die Mehrheit der Italiener in Zukunft das elektrische Autofahren vorstellen, ebenso wie in Portugal mit 78 Prozent, in Spanien mit 72 Prozent, in Israel mit 63 Prozent und in Großbritannien mit 60 Prozent. In Deutschland und den USA könnten sich mit 57 Prozent nur etwas mehr als die Hälfte der Befragten vom Auto mit Verbrennungsmotor lösen, ebenso wie in Frankreich mit 52 Prozent. Noch ablehnender stehen nur Dänemark mit 37 Prozent und Japan mit 34 Prozent dar. Für eine größere Begeisterung im Land der aufgehenden Sonne hätte eigentlich sprechen müssen, dass die Elektrifizierung des Automobils von dort ausging und ein japanischer Hersteller zugleich die Marke mit der höchsten zugesprochenen Elektro-Kompetenz ist.

Unterschied der Akzeptanz von Elektroautos nach Geschlecht, Einkommen sowie Land und Stadtbewohnern

Wenn es um die Akzeptanz der neuen Antriebstechnologie geht, stehen Männer dem Elektroantrieb aufgeschlossener gegenüber als Frauen. Dies gilt ganz besonders für Deutschland, Frankreich, Israel, Italien und Japan. Vorbehalte äußern dagegen eher das weibliche Geschlecht ebenso wie Menschen mit vergleichsweise geringen Einkommen sowie Bewohner ländlicher Gebiete. Einig war sich die Mehrheit der Befragten aber bei der Frage ob eine Förderung von Elektroautos durch den Staat sinnvoll sei. Hier stimmte man weltweit zu, machte aber zur Voraussetzung, dass der verwendete Strom aus regenerativen Ressourcen stammen muss.

Markenbewusstsein in der Elektromobilität: Toyota weltweit auf Platz 1

Obwohl der Hybrid-Pionier Toyota noch gar kein reines Elektroauto im Angebot hat, landete er bei der weltweiten Umfrage, welche Hersteller dem Befragten einfallen würden, wenn er an ein Elektroauto denken würde, auf Platz Eins. Laut Dr. Thomas Aubel, Executive Vice President Mobility von TÜV Rheinland, profitiert der japanische Autohersteller hier klar von seinem Imagevorsprung, den sich das Unternehmen durch mehr als zehnjährige Erfahrung mit Hybridfahrzeugen im Markt erarbeitet hat. Immerhin 40 Prozent der Studienteilnehmer nannten als erstes die Marke „Toyota“ und in elf von zwölf Märkten wurde Toyota die höchste Elektrokompetenz zugesprochen: Im Anschluß folgten Honda und Renault, wobei Honda sich in Indien an der Spitze platzieren konnte. Toyota folgt dort zusammen mit Mahindra auf den zweiten Platz.

Auffällig ist, dass Marken wie Nissan und Mitsubishi, die bereits Serienfahrzeuge mit reinem Elektroantrieb anbieten, in den weltweiten Rankings der TÜV Rheinland-Studie nicht an der Spitze anzutreffen sind. Im größten Automobilmarkt der Welt, China, stehen Toyota, Honda und Audi gleichauf an der Spitze und selbst in Deutschland traut man dem erfolgreichen Produzenten von Prius und Autris Hybrid mehr zu als den heimischen Herstellern. Bei der Elektro-Kompetenz liegt Toyota hierzulande mit 42 Prozent ein gutes Stück vor Volkswagen mit 30 Prozent, Mercedes-Benz mit 23 Prozent und BMW mit nur 19 Prozent. Weit abgeschlagen liegen der Hersteller des Ampera, Opel, mit nur noch 14 Prozent, Renault und Smart mit je 13 Prozent sowie Honda mit 12 Prozent.

TÜV Studie - Markenranking Elektroautos

Für welche Marke man sich beim Kauf eines Elektroautos entscheiden würde dominiert ebenfalls Toyota

Müsste man sich in der Praxis beim Kauf eines Elektroauto für eine Automarke entscheiden, würden sich mit 34 Prozent die meisten potentiellen Käufer ebenfalls für einen Toyota entscheiden. An zweiter Stelle würden mit 17 Prozent einen Honda favorisieren, drittliebste Marke für ein Elektroauto wäre Volkswagen mit 16 Prozent. Autohersteller die bereits ein elektrisch betriebenes Serienmodell im Angebot haben, landeten interessanterweise weiter hinten im Ranking: Nissan kam mit 14,6 Prozent zwar noch auf den vierten Platz, Renault nur auf 11,5 Prozent, Opel auf 7,4 Prozent und Mitsubishie trotz i-MiEV auf einen der hintersten Ränge.

Auf nationalen Märkten können sich jedoch weiter meist die heimischen Automarken behaupten, so würden sich z.B. die meisten deutschen Verbraucher mit 36 Prozent für ein Elektrofahrzeug von Volkswagen entscheiden, einen Elektro-Toyota würden sich mit 26 Prozent aber immer noch mehr Befragte zulegen als ein Elektroauto von BMW mit 19 Prozent, Mercedes-Benz mit 17 Prozent, Audi mit 16 Prozent oder Opel mit 13 Prozent. In Frankreich führt Renault mit 33 Prozent die Hitliste vor Toyota mit 31 Prozent, Peugeot mit 25 Prozent, Citroën mit 14 Prozent und Nissan mit 12 Prozent an.

Schaut man sich Europa als Ganzes an, würden sich die meisten Befragten mit 33 Prozent aber für den Kauf eines Elektrofahrzeugs von Toyotas entscheiden, deutlich vor einem Elektro-VW mit 19 Prozent oder einem Elektro-Renault mit 17 Porzent. In China würden sich Verbraucher hingegen am liebsten einen Volkswagen oder Honda mit Elektroantrieb zulegen und Toyota folgt erst an dritter Stelle. In Indien landet der Hybrid-Pionier sogar erst auf Platz Vier hinter Honda und den heimischen Marken Maruti und Tata.

Drei Fahrergruppen: Befürwortern, Unentschlossene mit und ohne Vorbehalte und Gegner der E-Mobilität

„In der weltweiten TÜV Rheinland-Studie kristallisieren sich vier Fahrergruppen mit unterschiedlichen Einstellungen zum Elektroauto heraus: Die uneingeschränkten Befürworter, die Unentschlossenen mit geringen Vorbehalten, die Unentschlossenen mit Vorbehalten sowie die Gegner“, resümierte Dr. Thomas Aubel, Executive Vice President Mobility bei TÜV Rheinland die Ergebnisse der globale Studie zur zu Elektromobilität.

Die Beführworter: Autofahrer, die die sich sehr wahrscheinlich ein Elektroauto kaufen werden, kommen vor allem aus Indien sowie China. Ihnen folgen Konsumenten aus Italien, wobei allen gemein ist, dass sie ein Fahrverhalten zeigen, das zu den Eigenschaften eines Elektroautos passt. Zudem haben sie einen hohen Kenntnisstand zum Thema Elektroauto und positive Wahrnehmungen in Bezug auf den Entwicklungsstand der Technologie. Umweltbewusstsein und eine geringe Preissensibilität zeichnen sie aus.

Unentschlossene mit wenigen Vorbehalten: Diese Gruppe kommt vor allem aus Großbritannien sowie aus Deutschland gefolgt von Spanien. Ebenfalls zählen zu diesen Unentschlossenen die potentiellen Käufer aus Frankreich. Auch ihr Fahrverhalten steht im Einklang mit den Eigenschaften eines Elektroautos, der Kenntnisstand ist allerdings ebenso mittelmäßig wie ihre Wahrnehmungen in Bezug auf den Entwicklungsstand der Technologie. Sie zeichnen sich durch ein gewisses Maß an Umweltbewusstsein aus, haben wenige Sicherheitsbedenken und eine geringe Preissensibilität. Ihre Kaufbereitschaft für ein Elektroauto befindet sich auf einem mittleren Niveau.

Unentschlossene mit Vorbehalten: Wenig Interesse am Elektroauto kommt vorrangig aus Portugal sowie aus Israel und den USA. Auch hier ergänzen sich Fahrverhalten und Eigenschaften eines Elektroautos. Ihr Kenntnisstand zum Thema Elektroauto ist ebenfalls mittelmäßig genau wie ihre Wahrnehmungen in Bezug auf den Entwicklungsstand der Technologie. Die Fahrer sind allerdings noch weniger umweltbewusst als die Unentschlossenen mit wenigen Vorbehalten, haben Sicherheitsbedenken und achten auf den Preis. Auch hier befindet sich die Kaufbereitschaft auf mittlerem Niveau.

Gegner: Die meisten Gegner von Elektroautos kommen vor allem aus Japan sowie aus Dänemark. Ihr Fahrverhalten ist nur schlecht kompatibel mit den derzeitigen Eigenschaften eines Elektroautos, und der Wissensstand zum Thema Elektroauto ist eher bescheiden. Sie haben außerdem unterschiedliche Wahrnehmungen in Bezug auf den Entwicklungsstand der Technologie von Elektroautos. Die Fahrer entwickeln nur ein geringes Umweltbewusstsein, haben Sicherheitsbedenken und eine hohe Preissensibilität, weshalb die Kaufbereitschaft dieser Gruppe für ein Elektroauto nur gering ist.

Unterschiedliche Anreize für die Entscheidung zum Kauf eines Elektroautos

Während in den meisten Ländern wie den USA, Großbritannien, Israel, Portugal, Dänemark, Japan, Spanien oder Frankreich die Kostenersparnis (Kraftstoffeinsparungen und Anschaffungspreis) der Hauptgrund für den Kauf eines Elektroautos wäre, liegt das Augenmerk einzig in Deutschland vorrangig beim Umweltschutz. Hierzulande gaben 22 Prozent der Kaufinteressierten an, die Umwelt vor weiteren negativen Veränderungen bewahren zu wollen, gleichzeitig erklärten 17 Prozent, damit die Erdölvorkommen schonen zu wollen. Sowohl die Umwelt schützen wie auch die eigenen Kosten senken wollen vor allem die Befragten aus Italien, China und Indien. Für die Italiener spielen geringer Kraftstoffverbrauch sowie der Kampf gegen die globale Erwärmung zu gleichen Teilen eine wichtige Rolle. Für die Befragten in China ist vor allem der geringere Verbrauch und somit das Schonen der Erdölvorkommen ein Kaufargument, das häufiger von Frauen als von Männern vorgebracht wird. An zweiter Stelle folgt auch hier die Reduktion der Kosten. In Indien verhält es sich genau andersherum, hier ist die Ersparnis das wichtigere Argument, gefolgt vom Wunsch, die Umwelt zu schützen.

TÜV Studie - Technologieführer bei Elektroautos

In Indien und China fühlt man sich am besten informiert – Technologieführer sind aber Japan und Deutschland

Bei der Frage zum Informationsstand fühlen sich mit 75 Prozent die Studienteilnehmer aus Indien sowie mit 65 Prozent die Befragten aus China am besten informiert. In Deutschland, Spanien oder Japan glaubt nur jeder Dritte daran, dass er gut informiert ist, in den USA oder Großbritannien ist es nur jeder Vierte und am schlechtesten sieht es mit der Information in Israel aus. Hier sind nach eigener Meinung nur 19 Prozent beim Thema Elektroautos im Bilde.

Bei der Frage nach dem höchsten technologischen Entwicklungsstand im Bereich der Elektroautos sehen 53 Prozent der Befragten Japan an der Spitze, gefolgt von Deutschland mit 42 Prozent. Dabei setzen zehn von zwölf Ländern Japan an die Spitze. Nur Deutsche und Franzosen sehen Deutschland ganz vorn. Auf Platz Drei folgen die USA, auf dem vierten Rang landet China und dahinter kommt Frankreich.

Gegen den Kauf eines Elektroautos sprechen je nach Land ganz verschiedene Gründe

Das Hauptargument gegen den Kauf eines Elektroautos ist in Deutschland und Frankreich wie erwartet die begrenzte Reichweite, hingegen stellt der Kaufpreis in Japan, den USA, Portugal und Israel das größte Hemmnis dar. In Großbritannien sind die Vorbehalte eine Mischung aus der Verfügbarkeit von Ladestationen, der limitierten Reichweite und des noch hohen Kaufpreises. Zusätzlich zu diesen drei Argumenten stört viele Italiener noch die lange Ladezeit der Batterien. In Dänemark spricht für die Befragten ebenfalls hauptsächlich der Kaufpreis sowie die Verfügbarkeit von Ladestationen dagegen. In China sieht man vor allem in der Reichweite und der Verfügbarkeit von Ladestationen die Hinderungsgründe für eine bisher erfolgreiche Einführung der Elektromobilität. Ladestationen, begrenzte Reichweite und Sicherheitsbedenken spielen für die Studienteilnehmer aus Indien eine Rolle und die Spanier sehen die hohen Anschaffungskosten und die lange Ladedauer eines Elektroautos als Hindernis.

Quelle Grafiken und Text: TÜV Rheinland, www.tuv.com

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