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Fallende Spritpreise: Gewinner und Verlierer des billigen Benzins

Fallende Spritpreise: Gewinner und Verlierer des billigen Benzins
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Nachdem der Ölpreis am internationalen Rohstoffmarkt u.a. dank der Weigerung einer Senkung der Fördermenge durch Saudi Arabien immer weiter sinkt, erreichen auch die Diesel- und Benzinpreise an den Tankstellen immer neue Tiefststände. In einigen Regionen sank der Preis für E10 Superbenzin zeitweise sogar unter die Schwelle von 1,30 Euro pro Liter. Dementsprechend sind an der Tankstelle erstmals seit langer Zeit wieder glückliche Autofahrer anstelle gefrusteter Gesichter zu sehen. Den aktuellen Gewinnern, die sich über die fallenden Spritpreise freuen dürfen, stehen allerdings wie immer auch Verlierer gegenüber.

Verlierer: Sparsame Autos und Alternative Antriebe

Fallende Spritpreise - Bsp: Super E10Wie sich immer wieder feststellen lässt, hängt die Entscheidung für oder gegen ein besonders sparsames Modell für viele Menschen vor allem auch mit der Höhe der Kraftstoffkosten zusammen. Dementsprechend konnte bspw. bei gesunkenen Spritpreisen in den USA in 2009 ein Rückgang der Verkäufe von Autos mit Hybridantrieb beobachtet werden. Ähnliches könnte sich nun weltweit wiederholen, denn inzwischen liegen die Preise in zahlreichen Ländern meilenweit von den Höchstständen der letzten Jahre entfernt.

Besonders sparsame Pkw und Autos mit alternativen Antrieben sind in der Regel aber teurer als herkömmlich angetriebene Pkw, schließlich muss die Entwicklung und Herstellung der Spritspar-Technologien bezahlt werden. Im Gegenzug sparen Autofahrer mit solchen Modellen dann ja auch über die Jahre und Jahrzehnte Tausende von Euros an Spritkosten. Je geringer der Preis für Kraftstoffe ist, desto weniger lohnt sich das dann aber – vorausgesetzt, man geht davon aus, dass der Ölpreis und die Preise an den Tankstellen in den nächsten Jahren nicht wieder steigen.

Besonders betroffen sind dabei die mutigen Autohersteller, die bereits stärker auf den Elektroantrieb setzen, sowie junge, innovative Firmen wie etwa Tesla Motors. Die Nervosität der Investoren zeigt sich bei Tesla schon im aktuellen Aktienkurs von 175 Euro (10. Dezember 2014), der weit unter den Höchstständen von fast 225 Euro notiert.

Gewinner: Große Autohersteller und Erdöl-Staaten

Des einen Leid ist des anderen Freud. Diese altbekannte Weisheit dürfte auch hier zutreffen, denn die großen Stärken und Vorteile der etablierten Autohersteller liegen nicht nur in ihrer Bekanntheit und den finanziellen Reserven, sondern vor allem auch in den zahllosen Patenten undem dem enormen Wissen der Ingenieure und anderer Mitarbeiter rund um den Verbrennungsmotor. Kein Wunder also, dass diese Konzerne den Wandel hin zur Elektromobilität eigentlich gar nicht wollen können – all das Knowhow und die milliardenschweren Patente wären dann ja nichts mehr wert.

Der sinkende Ölpreis und die sinkenden Spritpreise spielen ihnen also eigentlich sehr in die Hände. Sinkt das Interesse an alternativen Technologien wie dem Hybridantrieb oder gar Elektrofahrzeugen, können sie ihr Geschäft möglichst ungestört weiter betreiben und mit Benzinern und Dieseln weiter viel Geld verdienen.

Noch stärker zu den Gewinnern dürften sich nur die erdölproduzierenden Staaten zählen, allen voran Saudi-Arabien, denn dort kann das Erdöl sogar jetzt noch zu Kosten gefördert werden, die unter dem Verkaufspreis liegen. In vielen anderen Ländern ist dies längst nicht mehr möglich. Ein möglichst zeitnaher Umstieg hin zu elektrisch angetriebenen oder zumindest immmer effizienteren Fahrzeugen wäre für alle Ölstaaten dabei sicher auch kein wünschenswertes Szenario.

Verlierer: Nachfolgende Generationen und die Umwelt

Kommen Entwicklung und Verkauf sauberer Technologien aufgrund der fallenden Spritpreise ins Stocken, dann gibt es allerdings noch zwei weitere große Verlierer: Der erste wären nachfolgende Generationen, denn auf ewig wird es garantiert weder Erdöl noch billiges Benzin geben. Werden dann noch zukunftsfähigere Alternativen verzögert, werden sie es ausbaden müssen, wie so viele andere Fehlentscheidungen der heutigen Entscheidungsträger und Wähler.

Der zweite große Verlierer wird die Umwelt sein, denn ein höherer Verbrauch aufgrund niedrigerer Spritpreise auf der ganzen Welt wird an Natur und Klima nicht spurlos vorübergehen.

Noch ist allerdings nicht sicher, ob der Preisrückgang nicht doch nur von kurzer Dauer ist und ob sich nicht doach immer mehr Autokäufer auch bei billigem Benzin für ein besonders effizientes oder alternativ angetriebenes Auto entscheiden werden.

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