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5.000 Euro Kaufprämie für Elektroautos – Bringt das den nötigen Schub?

5.000 Euro Kaufprämie für Elektroautos – Bringt das den nötigen Schub?
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Wie mehrere Zeitungen und Nachrichtenseiten im Internet in den letzten tagen berichtet haben, sollen sich Wirtschafts-, Verkehrs- und Umweltminister auf eine Kaufprämie für Elektroautos geeinigt haben. Voraussichtlich soll ab dem 1. Juli 2016 eine staatliche Umweltprämie von 5.000 Euro für den Kauf eines privat genutzten, elektrisch angetriebenen Pkw gezahlt werden. Für gewerblich genutzte Elektrofahrzeuge sollen 3.000 Euro ausgezahlt werden.

Renault ZOE Elektroauto
Foto: Renault

Die Kosten dafür sollen zu einem Teil von der Autoindustrie getragen werden, den größeren Teil wird allerdings der Staat tragen. Mit der Kaufprämie, die dann in den nächsten Jahren kontinuierlich reduziert wird, soll das ursprüngliche Ziel der Bundesregierung erreicht werden, bis zum Jahr 2020 eine Million Elektroautos auf die Strassen zu bringen. Ob die 5.000 Euro Umweltbonus den nötigen Schub geben werden, das ambitionierte Ziel zu erreichen, bleibt aber zweiffelhaft.

Renault zahlt bereits 5.000 Euro Elektrobonus für den ZOE

Während sich die Bundesregierung mit ihrem Plan zur Einführung einer Kaufprämie lange Zeigt gelassen hat bzw. immer noch lässt, hat der europäische Marktführer bei Elektroautos diese längst im Angebot. 5.000 Euro Elektrobunus zahlt der französische Autohersteller beim Kauf eines Renault ZOE, so dass dieser nur noch 16.500 Euro zzgl. 49 Euro im Monat Batteriemiete kostet. Damit soll die Elektromobilität für eine breitere Käuferschicht erschwinglich werden.

Im Jahr 2015 entschieden sich allerdings nur 797 private Käufer für das elektrisch angetriebene Renault ZOE Modell – und damit war es sogar der unangefochtene Bestseller bei den Elektrofahrzeugen auf dem deutschen Privatkundenmarkt. Insgesamt entsprachen die 797 Fahrzeuge sogar 33,6 Prozent aller privaten Neuzulassungen in dem Marktsegment (zusammen mit den gewerblichen Kunden setzte Renault 2015 in Deutschland 1.787 ZOE ab). Nach wie vor handelt es sich dabei also um eine extrem kleine Nische, ein Lichtblick ist aber immerhin die Steigerung von 155 Prozent gegenüber dem Jahr 2014.

Prämie ein echter Umweltbonus oder nur Unterstützung der Autoindustrie

Ob mit der geplanten Kaufprämie tatsächlich auch der Umwelt- und Klimaschutz gefördert werden, wird vor allem auch davon abhängen, für welche Art von Autos sie gezahlt wird. Kritiker und Umweltschützer befürchten, dass sie nicht nur für rein batteriebetriebene Pkw und besonders effiziente Plug-In Hybridfahrzeuge gezahlt werden wird, sondern auch für schwere und besonders PS-starke Oberklasselimousinen und SUV, bei denen der Elektromotor sie nur wenige Kilometer weit rein elektrisch bewegen kann.

2 Kommentare

  1. Dazu habe ich gerade am Freitag eine sehr bemerkenswerte Aussage von Michael Feist, dem Vorstandsvorsitzenden der Stadtwerke Hannover AG gehört. Der Energiemanager findet es unverständlich, weshalb sich die Politik nur auf Elektromobilität stürzt, die technisch und wirtschaftlich noch nicht marktfähig ist, statt mit verfügbaren Techniken wie den Erdgasfahrzeugen sofort deutliche Minderungen der CO2-Emissionen zu realisieren. Sein Zitat im Wortlaut gibt’s hier: https://medium.com/@erdguenstig/mit-erdgasfahrzeugen-lie%C3%9Fen-sich-die-co2-emissionen-schneller-senken-als-mit-elektromobilit%C3%A4t-924393fd2220#.uadcgbiri

    Ich finde die Aussage so bemerkenswert, weil das Unternehmen bei Elektrofahrzeugen an einigen Forschungsvorhaben (u.a. mit VW und im Rahmen des „Schaufensters Elektromobilität“) beteiligt ist. Feist kennt also alle Seiten und spricht erstaunlich klar gegen den aktuellen Elektro-Hype.

    http://www.erdguenstig.de

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