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Rinspeed UC?: Nicht nur Elektro-Stadtauto sondern neuartiges Mobilitätskonzept

Rinspeed UC?: Nicht nur Elektro-Stadtauto sondern neuartiges Mobilitätskonzept
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Das Unternehmen von Frank M. Rinderknecht, dass in den 90er Jahren als Vertreter für AMG und später AC Schnitzer auf den Automarkt kam, ist auf dem Genfer Automobilsalon inzwischen eine echte Institution. Jedes Jahr wird dort mindestens ein neues Konzept- oder Sonderfahrzeug vorgestellt, dass die neugierigen Blicke der Besucher auf sich zieht. Wurde bisher meist auf Luxus und PS-Zahlen Wert gelegtpräsentiert die eidgenössische Auto- und Konzeptschmiede diesmal nicht nur ein grünes Auto, sondern gleich ein komplettes Mobilitätskonzept. Der Rinspeed UC? (steht für „Urban Commuter“-Pendlerfahrzeug) ist ein schnuckeliger Zweisitzer mit Elektroantrieb, der überraschenderweise für eine künftige Serienfertigung konzipiert. Der keine 2.60 Meter kurze Flitzer soll helfen den innerstädtischen Verkehrsinfarkt zu vermeiden und dabei gleichzeitig durch ein zukunftsweisendes Waggon-System per Intercity-Zug das Zeug haben, große Strecken bequem, stau- und somit stressfrei zu überbrücken.

Rinspeed UC? Mobilitätskonzept
Bild: Rinspeed

Dabei ist schon das knuffige Elektroauto für sich allein genommen ein echter Hingucker: Erinnerungen an den Fiat „Topolino“ aus den 30er bis 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts werden wach und der Hersteller benennt es treffend mit „Autodesign zum Liebhaben“. Laut Rinderknecht ist das Konzept für Menschen gedacht, die einer neu definierten Mobilität offen gegenüber stehen. Der Stadtflitzer in Leichtbauweise soll aber auch Spaß machen und praktisch sein. Dafür bringt er 130 Newtonmeter Kraft auf die Straße, ist 120 Stundenkilometer schnell und hat eine Reichweite von 105 Kilometern. Das reicht für den stadtnahen Verkehr. Denn 82 Prozent aller Fahrten in Europa liegen unter 60 Kilometer.

Das ganze Auto funktioniert über den Space Drive, ein Drive-by-Wire-System, das von Paravan, einem der führenden Hersteller von Behinderten-Fahrzeugen, entwickelt wurde. Gesteuert wird der Hightech-Zweisitzer übrigens nicht mehr per Lenkrad sondern per Force-feed-back-Joystick des deutschen Elektronik-Spezialisten Rafi. „Vergessen Sie alles, was Sie bisher über Joysticks kennen. Endlich bekommen Sie ein besseres Lenkgefühl und eine deutliche Rückmeldung von der Straße.“ lautet dazu die Aussage von Frank M. Rinderknecht.

Rinspeed UC? Elektro-Stadtauto
Bild: Rinspeed

Wie alle Elektroautos muss der Rinspeed UC? mit dem Nachteil der geringen Reichweite leben. Diese aber gleichzeitig die Möglichkeit unser Mobilitätskonzept einmal zu überdenken und so entwickelte Rinspeed die Idee der verzahnten Mobilität zwischen Individual- und öffentlichem Personenverkehr einfach weiter. Kern dieses Konzepts ist die Querverladung der UC? Fahrzeuge in spezielle Waggons der Bahn in kürzester Zeit. Die Buchung und Platzreservierung erfolgt online aus dem Fahrzeug. Und dass dabei die Connectivity via G3-Netz und der gute Sound stets erhalten bleiben, dafür sorgt Harman International. Voip2Car bringt IP-Telefonie, Videochat, Videokonferenzen, E-Mail und vieles mehr direkt in den Rinspeed UC?. Ladestationen an Bord der Bahn-Waggons sorgen dafür, dass bei Ankunft am Zielort wieder die ganze Batteriekapazität und damit auch die volle Reichweite zur Verfügung stehen. Während der Zugsreise steht es den Fahrern offen, ob sie die Zeit zum Beispiel im Zugrestaurant oder mit vertraulichen Telefonaten, Arbeiten am Computer oder zum Entspannen in ihren Fahrzeugen verbringen wollen.

Rinspeed UC? Elektro-Stadtauto
Bild: Rinspeed

Mit diesem Mobilitätskonzept umgeht Rinspeed elegant die Reichweiten-Hürde von Elektrofahrzeugen, die bisher viele Interessenten davon abhält auf lokal emissionsfreies Fahren umzusteigen. Rinderknecht ganz pragmatisch: „Ich kann meine Zeit effizienter nutzen als auf der öden Autobahn. Da gehe ich doch lieber ins Zugrestaurant oder ziehe mich zum Arbeiten in mein Gefährt zurück.“ Klar, dass der Schweizer Visionär bereits mit internationalen Bahngesellschaften über sein Konzept diskutiert. Und da das Konzept so ausgelegt ist, dass Großserienhersteller es leicht adaptieren und integrieren können, ist man nach eigenen Angaben auch bereits in intensiven Gespräche auf höchster Ebene.

5 Kommentare

  1. Valentin E.Utzinger

    Endlich hat jemand begriffen, dass einer der wichtigsten Unterschiede zwischen dem öv und dem PW darin besteht, dass man im PW seine Einkäufe und Erwerbungen auf der Strasse stehen lassen kann um weitere Einkäufe zu tätigen, dass man z.B. den Laptop oder ein Buch mitnehmen kann ohne ihn/es selbst schleppen zu müssen um allfällige Wartezeiten sinnvoll zu verbringen etc. etc. Wenn jetzt die Bahnverantwortlichen ihren Winterschlaf etwas verschieben und dafür entsprechende Mitfahrmöglichkeiten schaffen würden, möglichst gekoppelt mit Battrielademöglchkeit während Bahnfahrt und Wartezeit, dann wären die Hauptargumente gegen Elektroautos (lange Ladezeiten, kleiner Radius, mangelnde Infrastruktir) weggefegt und wir könnten verstopfte Strassen und Autobahnen schon bald vergessen, und die Benzinlobby könnte uns mal ….. gute Fahrt wünschen.

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