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Von Bergen nach Bozen: Mit dem Hyundai ix35 Fuel Cell quer durch Europa

Von Bergen nach Bozen: Mit dem Hyundai ix35 Fuel Cell quer durch Europa
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Das große Manko von rein batteriebetriebenen Elektroautos ist die zumeist fehlende Langstreckentauglichkeit, denn wenn mit einer Batterieladung nur rund 200 Kilometer zurückgelegt werden können, dann sind bei einer Fahrstrecke von bspw. 2.500 Kilometern eine ganze Menge Ladestopps einzuplanen. Mit einem Brennstoffzellenfahrzeug werden hingegen ähnlich wie bei Benzinern oder Diesel-Pkw nur eine Handvoll Stopps an der Tankstelle nötig, auch wenn es Wasserstoff noch so gut wie nirgends zu tanken gibt. Möglich ist eine Fahrt quer durch Europa aber allemal, wie im Hyundai ix35 Fuel Cell jüngst bewiesen wurde.

Im Hyundai ix35 Fuel Cell quer durch Europa
Foto: Hyundai

Start war in der Stadt Bergen in Norwegen und innerhalb von fünf Tagen ging es dann über Dänemark, Deutschland und Österreich bis nach Bozen in Italien. Die neun ix35 Fuel Cell, die ihre Energie für den Elektroantrieb mit Hilfe einer Brennstoffzelle (Fuel Cell) an Bord aus Wasserstoff gewinnen, absolvierten die rund 2.500 Kilometer lange Strecke über Autobahnen, Landstrassen und durch Städte dabei ohne Probleme.

„Hyundai unterstreicht damit seinen Ruf als Pionier bei der Entwicklung von Fahrzeugen mit alternativem Antrieb“, erklärt in diesem Zusammenhang Markus Schrick, Geschäftsführer von Hyundai Motor Deutschland. Begleitet wurden die neun lokal emissionsfreien SUVs dabei von wechselnden Journalistenteams aus vier europäischen Ländern. Selbstverständlich wurde zudem bei der deutschen Hyundai-Zentrale in Offenbach am Main Halt gemacht. „Mit dem Hyundai ix35 Fuel Cell und dem neuen Hyundai IONIQ, der in den nächsten Monaten als Hybrid- und als Elektrofahrzeug sowie 2017 als Plug-in-Hybrid auf den Markt kommt, bietet Hyundai als einziger Hersteller alle wichtigen alternativen Antriebe“, so Schrick weiter.

Im Hyundai ix35 Fuel Cell quer durch Europa
Foto: Hyundai

Auch wenn der Energieträger Wasserstoff aktuell noch kein flächendeckend verfügbarer Kraftstoff ist, so beweist die Tour doch auch, dass beim Aufbau der Infrastruktur an Wasserstoff-Tankstellen in Europa Fortschritte gemacht werden. Im norwegischen Bergen, wo die Tour startete, wird demnächst eine neue Station das Netz zwischen der Hauptstadt Oslo sowie der Süd- und Westküste dichter knüpfen. Das benachbarte Dänemark, nächste Etappe der Reise, hat als erstes europäisches Land mit neun Wasserstoff-Tankstellen bereits ein quasi flächendeckendes Netz.

In Deutschland soll die Infrastruktur noch im Laufe dieses Jahres auf 50 Tankstellen anwachsen und auch am Standort von Hyundai in Offenbach wird noch in diesem Sommer eine Wasserstofftankstelle eröffnet. Da der Hyundai ix35 Fuel Cell bei vollen Tanks fast 600 Kilometer zurücklegen kann, waren im Rahmen der Langstreckenfahrt auch größere Abstände bis zur nächsten Tankstelle kein Problem für die Teams. Die Tanks, in denen der Wasserstoff mit rund 700 bar Druck gespeichert wird, lassen sich innerhalb von drei Minuten komplett befüllen – kein spürbarer Unterschied zum Betanken eines Benziner oder Diesels, aber deutlich schneller als das Laden eines Elektrofahrzeugs mit einer Batterie als Energiespeicher. Für den Antrieb sorgen eine Systemleistung von 100 kW (136 PS), die für das SUV eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h möglich machen.

Im Hyundai ix35 Fuel Cell quer durch Europa
Foto: Hyundai

Bei ihrer langen Reise von Norden nach Süden konnten sich die neun Teams auch auf die Unterstützung der neuen „Fuel Cell App“ von Hyundai verlassen, die für mobile Geräte mit Android- oder Apple-iOS-Betriebssystem zur Verfügung steht. Sie bietet als bislang erste einen jederzeit aktuellen Überblick über alle Wasserstoff-Tankstellen, die in Europa betriebsbereit sind. Die gesamte Route des Teams lässt sich außerdem mit der App „Fuel Cell 360“ per Smartphone oder Tablet nacherleben, die ebenfalls für Android und Apple iOS kostenlos zum Herunterladen bereit steht.

Ein Kommentar

  1. by Stephan Hilchenbach

    Wasserstoff ???
    Veröffentlicht am 2. Dezember 2015
    Sichtbares Wasserstoffspektrum

    Sichtbares Wasserstoffspektrum (Jan Homann)

    Die Mär vom angeblich umweltfreundlichen Wasserstoff-Antrieb hält sich hartnäckig.

    Wenn man da nur flüchtig hinschaut, scheint Wasserstoff als Kraftstoff ja auch bestechende Vorteile zu bieten.

    „Oh, da kommt ja nur Wasser raus!”
    „Oh, man kann ein Wasserstoffauto in 5 Minuten betanken!”
    „Oh, ein Wasserstoffauto hat 400-500km Reichweite!”

    Ich habe ja vor über einem Jahr schonmal einen Beitrag „Brennstoffzellen für Autos?” geschrieben, in dem ich relativ ausführlich auf die Problematik eingegangen bin. Daher werde ich mich heute kürzer fassen. Vor allem aber will ich nochmal die wichtigste Frage stellen, nämlich die, die verblüffenderweise fast nie gestellt wird:
    Woher kommt der Wasserstoff?

    So viele Möglichkeiten gibt es da nämlich nicht, eigentlich sind es nur zwei:

    Wasserstoff wird per Dampfreformierung aus Erdgas (Methan) gewonnen.
    Wasserstoff wird per Elektrolyse aus (sauberem!) Wasser erzeugt.

    Bei Methode 1 fällt genausoviel CO2 an wie bei der direkten Verbrennung des Methans. Keine wirklich gute Idee, wenn man Wasserstoff als klimafreundlichen Kraftstoff etablieren will. Da ist es technologisch erheblich einfacher, das Methan in Ottomotoren direkt zu verbrennen.

    Methode 2 ist extrem energieintensiv: Für die Elektrolyse braucht man jede Menge elektrischen Strom. Also sind die nächsten wichtigen Fragen:
    Woher kommt der Strom? Wieviel Strom braucht man? Wie effizient wird der Strom genutzt?

    Weil die Wasserstofftechnologie viele technische Zwischenschritte erfordert, die bestenfalls jeweils einen Wirkungsgrad von 50-60% bei der Energieumwandlung aufweisen, fällt der Gesamtwirkungsgrad (als Produkt der Wirkungsgrade aller Teilprozesse) auf skandalöse 10-13%. Das heißt: von 100% eingesetzter Primärenergie gehen rund 90% verloren, bevor sie in Wasserstoffautos letztlich als Bewegungsenergie zur Verfügung steht.

    90% Energieverschwendung kann ja trotzdem sinnvoll sein, wenn man dadurch klima- und gesundheitsschädliche Emissionen vermeidet – aber nur unter der Voraussetzung, dass saubere(!) Primärenergie im Überfluss zur Verfügung steht.

    Steht sie das? Nein, und noch lange nicht.

    Erst bei 100% umweltneutraler, erneuerbarer Energieerzeugung ohne fossile und radioaktive Energieträger und wenn man dann noch mehr Elektroenergie erzeugt als man verbraucht, kann man mal anfangen, darüber nachzudenken, was man mit der überschüssigen Energie noch alles anfangen könnte, statt sie ungenutzt zu lassen. Das wäre dann der Zeitpunkt für Wasserstoff als Kraftstoff im Mobilitätssektor. Aber dann ist diese Technologie längst obsolet.
    Elektroautos sind besser

    Bis wir im Überfluss erneuerbarer Energien schwelgen, ist es viel klüger, da um Größenordnungen effizienter (und damit umweltfreundlicher), Elektroenergie in Akkus zu speichern und in reinen Elektroautos in Moblität umzusetzen. Es ist viel effizienter, es ist viel billiger, es ist technologisch viel einfacher umzusetzen. Nicht zuletzt die Kosten für die erforderliche Infrastruktur (Ladestationen) sind geradezu lächerlich gering im Vergleich zu der für Wasserstoffautos. Und 400-500km Reichweite haben wir bei preislich vergleichbaren Elektroautos längst zur Verfügung.

    Bevor es soweit ist, dass wir 100% unserer Energie aus erneuerbaren Quellen produzieren, ist jede Energieverschwendung klimafeindlich. Eine Technologie wie den Wasserstoffantrieb, die 90% Energie verschwendet, ernsthaft als umweltfreundlich etablieren zu wollen, ist ein Skandal, der den Vergleich mit dem Abgasbetrug von VW nicht zu scheuen braucht.
    Zum Weiterlesen:

    Vergleich Voll-Elektroauto zu Brennstoffzellen-Elektroantrieb
    Emissionen von Wasserstofffahrzeugen (Studie des österreichischen Umweltbundesamtes)
    Wasserstoff löst keine Energieprobleme (Ulf Bossel, Ph.D.)

    by Stephan Hilchenbach

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