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Lightyear One: Prototyp des ersten Langstrecken-Solarautos der Welt wurde vorgestellt

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Die photovoltaische Energiegewinnung mittels Solarzellen ist aus dem Energiemix bei der Stromerzeugung längst nicht mehr wegzudenken, doch noch beschränkt sich die Nutzung dieser Technologie vor allem auf fest installierte Solarmodule auf Dächern oder Freiflächen. In der Automobilindustrie wird von neuen Unternehmen allerdings bereits schon länger an der Möglichkeit gearbeitet, Solarzellen auch in Autos einzusetzen. Beispiele sind das bereits 2009 vorgestellte mit Solarzellen bestückte Elektroauto Pininfarina B0 oder der erstmals 2016 präsentierte Sion von Sono Motors mit in die Karosserie integrierten Solarzellen. Ebenfalls dieses Konzept verfolgt nun auch das Unternehmen Lightyear, das im Mai diesen Jahres den spektakulären Solarauto-Prototypen Lightyear One angekündigt hat.

Lightyear One Solar-Langstreckenauto Bild: Lightyear

Ein Paukenschlag: Bis zu 725 Kilometer Reichweite

Vom Lightyear One, der ab dem Jahr 2021 produziert und voraussichtlich dann auch bereits ausgeliefert werden soll, wurden die ersten 100 Fahrzeuge trotz des exklusiven Preises bereits reserviert (Weiteren 500 Käufern steht diese Möglichkeit für eine Gebühr von 119.000 Euro zur Verfügung). Betrachtet man die angekündigten Leistungsdaten, dann dürfte allerdings auch klar sein, warum dieses Elektroauto etwas ganz Besonderes ist.

Vorgestellt wurde es als erstes Langstrecken-Solarauto der Welt und der erste Prototyp war heute bei Sonnenaufgang im TheaterHangaar in Katwijk, Niederlande, von ausgewähltem Publikum, bestehend aus Investoren, Kunden, Partnern und Medien zu bewundern. Das wohl wesentlichste Merkmal des Fahrzeugs: Die außergewöhnliche Reichweite von 725 Kilometern (WLTP-Zyklus) bei einer relativ kleinen Batterie. Möglich sein soll dies dank höchster Effizienz, die das Lightyear Team „Ultra-Effizienz“ nennt.

Um diese zu erreichen wird das Fahrzeug aus Hightech-Materialien gefertigt, um das Gewicht so gering wie möglich zu halten und gleichzeitig die Sicherheit der Fahrgäste zu gewährleisten. Eine bestmögliche Aerodynamik ist ebenfalls selbstverständlich und unabhängig angetriebene Räder (mglw. von Radnabenmotoren) sorgen für den Vortrieb, sodass beim Transport vom Motor zum Rad keine Energie verloren geht. Für die Energieerzeugung direkt vor Ort sind in Dach und Motorhaube zusammen fünf Quadratmeter Solarzellen aus Sicherheitsglas integriert, die so stark sind, dass ein erwachsener Mann auf ihnen gehen kann, ohne Beulen zu verursachen.

Lightyear One: Sonne tanken und Strom laden

Alleine über diese hochmodernen Solarzellen in seiner Karosserie soll das Lightyear One Elektroauto kostenlose und emissionsfreie Energie für bis zu 20.000 Kilometer pro Jahr erzeugen können. Zudem lässt sich das Solarauto aber auch an jeder Steckdose aufladen. und damit sind dann bis zu 400 Kilometer neue Reichweite pro Nacht an normalen 230 Volt-Steckdosen möglich. Zusätzlich zur Solarenergie kann der Lightyear One an einer (Schnell-)Ladestation oder sogar an einer normalen Steckdose geladen werden.

Lightyear One Elektro-Solar-Langstreckenauto Bild: Lightyear

Dem Premium-Solarauto sollen günstigere Modelle folgen

Warum in einem ersten Schritt ein sehr teures Solarauto entwickelt und produziert werden muss und erst danach massentauglichere Modelle folgen werden, erklärte Lex Hoefsloot, CEO und Mitbegründer von Lightyear: „Da neue Technologien hohe Stückkosten beinhalten, müssen wir in einem exklusiven Markt starten. Der Lightyear One ist das erste Solarauto für Langstrecken mit erstaunlichen Spezifikationen. Die nächsten Modelle, die wir entwickeln wollen, werden deutlich weniger kosten. Darüber hinaus werden künftige Modelle für autonome und gemeinsame Fahrzeugflotten bereitgestellt, sodass der Kaufpreis auf eine große Gruppe von Nutzern aufgeteilt werden kann. In Kombination mit den niedrigen Betriebskosten des Fahrzeugs wollen wir Premiummobilität zu einem niedrigen Kilometerpreis bieten. Ein dritter, letzter Schritt wird sein, wirklich nachhaltige Autos zu bauen, die erschwinglicher in der Nutzung sind als die Kosten für das Benzin, das benötigt wird, um ein Verbrennungsauto zu fahren. Dies wird sich in naher Zukunft als unser wichtigster Wendepunkt erweisen und den Weg für einen hundertprozentig nachhaltigen Fuhrpark ebnen.

Experten-Team rund um Solarautos steht hinter Lightyear

In die Entwicklung des Lightyear One ist übrigens das gebündelte Know-How von einigen der praxisorientiertesten Experten rund um Solarautos geflossen, denn das Unternehmen wurde 2016 von Absolventen des Solar Team Eindhoven gegründet. Diese hatten bereits 2013, 2015 und 2017 die Bridgestone World Solar Challenge gewonnen und das erste viersitzige Solarauto namens Stella entwickelt. Seit Firmengründung hat Lightyear bereits mehrere Auszeichnungen, Förderungen und Support von wichtigen Investoren erhalten.

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