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Toyota Mirai: Brennstoffzellenauto mit mutigem Design

Um den kommenden Generationen eine lebenswerte Erde zu hinterlassen und unabhängiger von fossilen Energieträgern wie Erdöl zu werden, gilt das Motto, dass Benziner und Diesel wohl Auslaufmodelle sind. Welche Antriebe in Zukunft vermehrt zum Einstz kommen, darüber ist man sich indes uneins: Während die einen batteriebetriebene E-Autos oder Plug-In Hybride für am besten geeignet halten, setzen andere vor allem auf Wasserstoff als Energieträger des 21. Jahrhunderts. Ebenso tut dies der japanische Autohersteller Toyota, der diese Technologie bereits seit Jahrzehnten erforscht und am 15. Dezember 2014 nun sein erstes Serienmodell mit Brennstoffzellenantrieb auf den Markt bringt. Passenderweise trägt es den Namen „Mirai“, was auf Japanisch „Zukunft“ bedeutet.

Toyota Mirai
Foto: Toyota

Der Toyota Mirai: Schon auf den ersten Blick anders

Seine Einzigartigkeit drückt der Mirai von Toyota bereits auf den ersten Blick aus, wobei das Design sicher stark polarisiert. Mit seiner fließenden Form und der außergewöhnlichen Front hebt es sich extrem vom sonst oft ähnlichen und klassischen Design aktueller Limousinen ab. Das Logo ist mittig vor einem schmalen Luftschlitz platziert, der von extrem schmalen, aus vier LED bestehenden Scheinwerfern eingerahmt wird. Links und rechts des großen unteren Kühlergrills verfügt das Brennstoffzellenfahrzeug über zwei weitere Lufteinlässe, die für die Luftzufuhr zur Brennstoffzelle notwendig sind und das System zudem kühlen.

In der Rückansicht dominiert eine dritte LED-Bremsleuchte, die über die komplette Fahrzeugbreite reicht, die Ansicht. Die wuchtige Stoßstange betont die Breite des Autos und erweckt zusammen mit 17-Zoll-Leichtmetallfelgen einen kraftvollen Auftritt.

Toyota Mirai
Foto: Toyota

Das wirklich Besondere am Toyota Mirai ist aber die Technologie

Der fast 4,90 Meter lange Viersitzer mag zwar bereits mit seiner Optik für frischen Wind auf den Strassen sorgen, die wirkliche Innovation arbeitet allerdings unter der Motorhaube und unter dem Fahrzeugboden. Der 113 kW (154 PS) starke Elektromotor bezieht seinen Strom nämlich sowohl aus einer Batterie wie auch direkt aus den Brennstoffzellen, die mit 3,1 kW Leistung pro Liter Bauvolumen weltweite Höchstleistungen liefern. In ihnen reagieren Wasserstoff, der aus den mit drei Schichten kohlefaserverstärkten Kunststofftanks kommt, zusammen mit Luft und erzeugen dabei elektrischen Strom und Wasser, das in Form von Wasserdampf dann aus dem Auspuff strömt.

Im Toyota Mirai werden dabei weltweit erstmals Brenstoffzellen mit feinmaschigen 3D-Kanälen genutzt, die eine gleichmäßige Stromerzeugung auf den Zelloberflächen garantieren und so höchste Effizienz und Leistungsfähigkeit bei kompakter Größe sicherstellen. Gegenüber dem Forschungsfahrzeug Toyota FCHV-adv ist die Leistungsdichte 2,2 Mal höher und es ist kein Befeuchter mehr erforderlich. Der kompakte und hocheffiziente Konverter steigert die Spannung zudem auf bis zu 650 Volt, wodurch die Größe des Elektromotors und die Anzahl der Brennstoffzellen verringert werden konnten.

Während der Toyota Mirai also ebenfalls weder CO2-Emissionen noch Rußpartikel oder andere Abgase außer reinem Wasserdampf ausstößt, bietet er im gegensatz zu batteriebetriebenen E-Autos eine ähnliche Reichweite und Fahrleistungen wie etwa Benziner oder Diesel. Der große Vorteil liegt aber nicht nur in den rund 500 Kilometern Reichweite, sondern auch darin, dass der Tankvorgang mit rund drei Minuten nahezu genauso lang dauert wie bei herkömmlichen Kraftstoffen.

Toyota Mirai - Brennstoffzellenantrieb
Foto: Toyota

Futuristik auch im Innenraum

Von den Bildern her verspricht der Toyota Mirai im Innenraum einen großzügigen Freiraum für vier Personen sowie Wohlfühlatmosphäre dank weicher Polster an der Türverkleidung und hochglänzer Silbereinsätze. Ebenfalls keine Abstriche macht er beim technischen Komfort für Fahrer und Beifahrer: Lenkradheizung, eine in zwei Heizstufen auf allen Sitzen verfügbare Sitzheizung, eine Klimaanlage und das Luftreinigungssystem mit „Nanoe“ Technik sorgen für ein entspanntes Fahren.

Mittig befindet sich zudem die zentrale Instrumententafel mit hochauflösendem 4,2-Zoll-TFT-Multiinformationsdisplay und Tachometer. Bedient wird es dabei über Tasten am Lenkrad, so dass der Fahrer dieses nicht loslassen muss.

Toyota Mirai - Cockpit
Foto: Toyota

Sicherheit stand bei der Entwicklung des Mirai an oberster Stelle

Da der Wasserstoff in 700 bar Hochdrucktanks gespeichert wird, müssen diese zusammen mit den Brennstoffzellenstacks bestmöglich geschützt werden. Die Karosserie wurde deshalb so konstruiert, dass sie die Aufprallenergie bei einem Unfall absorbiert und die Beschädigung im Falle eines Frontal-, Seiten- oder Heckcrashs verhindert. Der Rahmen der Brennstoffzellen-Stacks besteht aus kohlefaserverstärktem Kunststoff, der leicht und extrem widerstandsfähig ist, schützt die Brennstoffzelle vor Stößen und Beschädigungen.

Im Fall, dass im Betrieb doch einmal Wasserstoff austreten sollte, schicken Sensoren sofort eine Warnung ins Cockpit und schalten automatisch den Wasserstoffzufluss ab. Ohnehin liegen aber alle Leitungen und Tanks außerhalb der Fahrzeugkabine, sodass austretender Wasserstoff nicht ins Innere gelangen kann, sondern sich direkt verflüchtigt.

Darüber hinaus ist das erste Brennstoffzellenfahrzeug von Toyota mit einer breiten Palette aktiver Sicherheitssysteme ausgestattet. Hierzu gehören das Pre Collision Notbremssystem, das den Fahrer vor einem drohenden Unfall warnt und automatisch eine Notbremsung einleitet, und ein Spurverlassenswarner, der mittels einer Kamera die Fahrspur überwacht und den Fahrer bei einem unbeabsichtigten Wechsel alarmiert. Ebenfalls informiert ein Toter-Winkel-Warner über seitlich herannahende Autos.

Toyota Mirai - Innenraum
Foto: Toyota

In Deutschland ab September 2015 zu fast 80.000 Euro erhältlich

In Japan geht die Limousine wie bereits erwähnt bereits am 15. Dezember 2014 an den Start, im September 2015 folgt die Markteinführung in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Die ersten Fahrzeuge sollen dabei nur verleast werden, wobei als Kalkulationsgrundlage ein Verkaufspreis von 78.540 Euro incl. Mwst. genannt wird.

Mit diesem Preis ist der Toyota Mirai zwar nicht teurer als bspw. das Model S von Tesla Motors und immer noch günstiger als der Plug-In Hybrid Sportwagen BMW i8, was hinsichtlich der Technologie ja hätte sein können, dennoch liegt der Preis weit über dem, der etwa in den USA im Gespräch ist. Dort wird der Verkauf des Mirai nämlich bereits bei 57.500 US-Dollar oder 499 US-Dollar Leasingrate beginnen – umgerechnet nur rund 46.000 Euro oder 400 Euro Leasingrate (Stand: 19. November 2014).

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